Kreishandwerkerschaft Wittekindsland
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Unternehmen Handwerk
Konzert der Extraklasse in Zimmererhalle
(Artikel vom 04.11.2018 - 13:24:00 Uhr)



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Ein Wettstreit zwischen Bläsern und Sägen, Geigentöne neben der Werkbank, ein Geburtstagsständchen mit 67 Profimusikern und ein Konzert der Extraklasse: das war der WDR – Tag im HBZ in Minden. Für alle Beteiligten ein einmaliges Erlebnis und für uns als Gastgeber ein unvergesslicher Tag.

Schon die Vorbereitungen machten neugierig auf das Konzert, zu dem wir 120 Gäste einladen konnten. Ein LKW mit Musikinstrumenten, Absprachen mit Konzert- und Projektmanagern, der Bau eines Dirigentenpults und viel Organisation rund um das große Ereignis – all das prägte die Tage und Stunden vor dem großen Ereignis. Dabei war nicht nur die Umgebung zwischen Fräsen, Seitenhobeln und Abrichtern besonders. Anders als bei anderen klassischen Konzerten waren unsere Gäste eben keine klassischen Konzertgänger sondern Berufsorientierungslehrer, Kollegen aus verschiedenen Gewerken, Freunde, Familie und andere Interssierte. Sie alle erlebten 90 Minuten voller Spannung und Emotionen. Denn während die Geigen die Moldau, Ungarische Tänze von Brahms oder Pablo des Sarasates „Zigeunerweisen“ spielten, standen die Zuhörer nur wenige Schritte von dem eindrucksvollen Orchester oder der Stargeigerin Tianwa Yang entfernt. Dirigiert wurde das Ensemble des WDR an diesem Tag von David Marlow, der in dem besonderen Ambiente der Zimmererhalle einen runden Geburtstag feierte und vom Orchester und dem Publikum mit einem Ständchen beschenkt wurde. Die Zuhörer wiederum wurden mit einem außergewöhnlichen Nachmittagskonzert beschenkt, durch das der Moderator Jascha Habeck eloquent und mit der richtigen Prise Humor führte. Er interviewte in den kurzen Pausen zwischen den Stücken Jörn Kemmener, den eigentlichen Gewinner der WDR – Aktion, den Orchestermanager und auch den Dirigenten. So erführen die Zuhörer aus erster Hand, warum das Lübbecker HZB den Zuschlag für das musikalische Geschenk erhielt und was den Ort auch für die Musiker so besonders macht. Die logische Verbindung zwischen den Handwerkern und Musikern machte Dirgent Marlow deutlich, als er das Ensemble vorstellte und dabei den Bogen zwischen Metallhandwerkern und Blechbläsern, den Malern und Streichern, den Zimmerern und den Holzbläsern spannte. Das gute gemeinsame Verständnis führte im Vorfeld und auch im Nachgang zu Fachsimpeleien über die eine oder andere Materialart oder Bauweise. Großes Vergnügen bereitete den Musikern auch die Puzzle-Aktion, bei der sechs identische Holzstücke mit identischen Kerben zu einem Würfel zusammengefügt werden mussten. Geduldig ließen sich die Cellistin Gudula Finkentey-Chamot und der Violonist Pierre-Alain Chamot das Handwerksstück vom Werkstattleiter der Zimmerei, Reinhard Arning, erklären und versuchten ihr Glück im Zusammenbau. So wie die beiden betonten viele Musiker, dass auch für sie dieser Spielort eine große Besonderheit sei und sie dem Konzerterlebnis ebenso entgegen fiebern würden.
Schlussendlich war dann aber diese eine Sekunde zwischen dem Verebben des Stimmengemurmels und dem Konzertbeginn der Moment, der die große Veränderung brachte. 67 Instrumente, fein gestimmt und gut aufeinander abgestimmt, füllten mit ihren präzisen Tönen die Halle und versetzten die Zuschauer in großes Staunen. So nah, so intensiv und so gut: das ging unter die Haut. Mit einem langanhaltendem Applaus baten die Zuhörerinnen und Zuhörer um eine Zugabe und erhielten erst einmal ein großes Lob vom Moderator: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Es war vom ersten Takt an mucksmäuschenstill“. Bei der Aufzählung der Besonderheiten wie des Konzertraumes und der Konzertgäste darf auch die besondere Leistung von Cornelia Clauder nicht vergessen werden. In über 130 Arbeitsstunden hatte sie ein Dirigentpult aus Ahorn und Nussbaum angefertigt und „in letzter Minute“ den Feinschliff vornehmen können. Ihr „Meisterstück“ wurde anschließend zu der Preisverleihung „Die gute Form“ weiterverliehen und vielfach gelobt.

Im Anschluss an das Konzert fand in den Räumlichkeiten des Handwerksbildungszentrums noch ein „meet and greet“ statt. Ein Team aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreishandwerkerschaft hatte bereits im Vorfeld die Gäste mit Kaffee und Kuchen versorgt und zum Abend hin auch den Service für Kaltgetränke und eine ungarische Gulaschsuppe übernommen.


Link zum Bericht: https://www1.wdr.de/mediathek/video/klangkoerper/sinfonieorchester/video-das-wdr-sinfonieorchester-in-luebbecke-102.html